Wie geht es weiter für die Serben im Kosovo?

Noch immer sind die Wunden des Krieges im Kosovo zu sehen. Als sich die Region vor gut zehn Jahren von Serbien abtrennte, verhinderten nur die Bomben und Soldaten der Nato ein noch schlimmeres Blutvergießen in dem geteilten Land. Und auch heute, ein Jahrzehnt nach dem Krieg, ist der Kosovo noch nicht zur Ruhe gekommen. Hintergrund ist vor allem der Streit der Serben mit der albanischen Regierung, welche die Kontrolle über den Gazivoda-Stausee erringen will. Dieser wurde 1970 erbaut, als noch beide Länder zu Jugoslawien gehörten. Er ist für beide Länder, aber auch für den Kosovo selbst, extrem wichtig. Als Gerüchte die Runde machten, dass serbischen Spezialeinheiten den Stausee besetzen wollen, rückte die auch von deutschen Truppen gestützte Nato-Einheit KFOR aus, um die Zufahrtsstraßen zum Energiespeicher zu sichern.

Autonomierechte von Serbien sind noch immer unklar

Zuletzt ließ Hashim Thaci, der Präsident des Kosovo, zudem eine Frist der EU wirkungslos verstreichen. So sollte er bis Anfang September einen Entwurf vorlegen, welcher den Autonomiestatus der serbischen Bevölkerung regelt. Zwar gehörten die Serben im Kosovo inzwischen zu einer Minderheit und stellen weniger als zehn Prozent der gut zwei Millionen Einwohner. Im Norden machen sie jedoch die lokale Mehrheit aus. Auch das sorgt immer wieder für Spannung im tief gespaltenen Land.

Regierungschef hat Angst vor Krieg

In den vergangenen Monaten war immer wieder auch ein möglicher Gebietstausch zwischen Serben, Kosovaren und Albanern im Gespräch. So sollte die Situation rund um den Gazivoda-Stausee entschärft werden. Diese Lösung lehnt jedoch der Regierungschef des Kosovo, Ramush Haradinaj, ab. Hintergrund ist die Angst vor einem weiteren Krieg, welcher das kleine Land vernichten könnte. Alle Parteien wollen die Kontrolle über den Stausee und sind nicht bereit, Kompromisse einzugehen. Dies hat auch mit der unsicheren Situation im Kosovo zu tun, der von einigen europäischen Nationen nicht als eigenständiger Staat anerkannt wird. Zu den Ländern gehören neben Griechenland auch Rumänien und die Slowakei.

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