Stadt der Ökumene

Das Land Serbien hat eine lange Geschichte interner Konflikte und Streitereien. Umso mehr freut es das Land, dass nun seit einigen Jahren friedlichere Zeiten angebrochen sind. So verwundert es nicht, dass nun auch die evangelische Kirche ein ökumenisches Treffen in Serbien, genauer gesagt in der Stadt Novi Sad, ausrichtet.

Das offizielle Symbol der Veranstaltung, das durch die Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) gewählt wurde, ist dabei die Brücke. So verbinden in Novi Sad gleich mehrere Brücken die Ufer auf beiden Seiten der Donau, dem großen Fluss, der durch die Stadt fließt. Das Motiv soll aber auch das Ziel der Konferenz verdeutlichen, an der 85 Kirchen aus ganz Europa teilnehmen: Verbindungen schaffen zwischen unterschiedlichen Menschen und Meinungen.

Damit will die Konferenz Europäischer Kirchen einem neuen Trend entgegenwirken, nämlich der Abwendung vom ökumenischen Gedanken durch viele nationale Kirchen. So kümmern sich die Kirchen in Europa heute verstärkt um ihre eigenen Themen und Bedürfnisse und versuchen, sich gegenüber anderen abzugrenzen, da die anderen Kirchen als Konkurrenz um die verbliebenen Gläubigen betrachtet werden.

Einfach wird das Treffen in Novi Sad also nicht. Vor allem auch deswegen nicht, weil es viele Streitthemen zwischen den Teilnehmern gibt. Wie etwa soll mit dem Thema Homosexualität umgegangen werden? Während einige Kirchen diese nach wie vor strikt ablehnen, haben andere hier mittlerweile eine deutlich moderatere Position eingenommen. Ein weiteres Problemfeld ist das derzeit virulente Thema der Migration. Während etwa die Kirchen Norwegens auf Basis der universalen Menschenrechte dafür plädieren, jeden Flüchtling mit offenen Armen zu empfangen, sträubt sich die Kirche Tschechiens vehement dagegen und warnt davor, zu viele Menschen aufzunehmen. So würde dies dazu führen, dass man sich um die eigenen Gläubigen nicht mehr adäquat kümmern könne und so deren Rückhalt verliere. Gleichzeitig könne man sich eben nicht um zu viele Flüchtlinge auf einmal kümmern, selbst wenn es grundsätzlich richtig sei, möglichst viele aufzunehmen.

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